Wissenswertes über Andisleben

Auf den folgenden Seiten finden Sie viel Wissenswertes über die Gemeinde Andisleben. Wir laden Sie nun herzlich ein, unseren Ort zu entdecken und einen Einblick in unser Gemeindeleben zu bekommen.


Wollen sie mehr über Andisleben erfahren? Wir haben ihnen einen informativen Gesamtüberblick erstellt, den sie nun nachlesen und downloaden können. Unter "Allgemeine Angaben" finden sie den Downloadlink.

Brauchen Sie weitere Informationen oder haben Sie Anregungen zu unsereren Seiten? Dann scheuen Sie sich bitte nicht, mit uns in Kontakt zu treten. Wir freuen uns darauf.


Eckdaten

Bundesland | Thüringen
Landkreis | Sömmerda
Höhe | 155m ü. NN
Fläche | 6,81 km²
Einwohner | 591 (Dezember 2013)
Postleitzahl | 99189
Vorwahl | 036201
KFZ Kennzeichen | SÖM
Gemeindeschlüssel | 16 0 68 002
Adresse der Verwaltung | Marktplatz 13 99189 Gebesee
Bürgermeister | Hans Vollrath

Einwohnerentwicklung

1994 – 583         2000 – 647
1995 – 603         2001 – 651
1996 – 673         2002 – 632
1997 – 644         2003 – 620
1998 – 653         2004 – 631
1999 – 645         2005 – 622
1999 – 645         2013 – 591

Andisleben in Zahlen 2013

Einwohner Evangelische Kirche:                     153
Einwohner Römisch-katholische Kirche:         15
Sonstige, keine, ohne Angaben:                    423

Anzahl der Gebäude                                         217
Anzahl Wohnungen                                         259

Gebäude mit Baujahr vor 1919                          69
Gebäude mit Baujahr 1919 – 1948                    39
Gebäude mit Baujahr 1949 – 1978                   27
Gebäude mit Baujahr 1979 – 1986                    12
Gebäude mit Baujahr 1987 – 1990                     9
Gebäude mit Baujahr 1991 – 1995                     15
Gebäude mit Baujahr1996 – 2000                   28 
Gebäude mit Baujahr 2001 – 2012.                   18

Altersdurchschnitt

 0  –  3 Jahre                      19
 3  –  5 Jahre                      12
 6  – 14 Jahre                      47
15  – 17 Jahre                      10
18  – 24 Jahre                     51
25 – 29 Jahre                     28
30 – 39 Jahre                     65
40 – 49 Jahre                    100
50 – 64 Jahre                    170
65 – 74 Jahre                     48
75 und älter                      41  


Aus der Andislebener Heimatchronik 

Was geschah in den Tagen des Aprils 1945 in Andisleben, 

Sehr geehrte Bürger(innen),

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges sind 74 Jahre vergangen. Die Welt hat sich seither verändert, grundlegend und schneller als jemals zuvor. Wer zu Beginn des Krieges geboren wurde, ist heute weit über 75 Jahre alt. Die Zeitzeugen  werden immer weniger. Aus dieser Sicht ist der Zweite Weltkrieg noch immer ein sehr aktuelles Ereignis deshalb möchte ich die letzten Tage des Aprils 1945 hier nachzeichnen.

Nach sechs Kriegsjahren waren auch in Andisleben die Zeichen des verlorenen Krieges  und das bevorstehende Kriegsende zu erkennen. Im Frühjahr , so gegen den 6. April 1945 kommen viele Transporte von KZ-Häftlingen , vorwiegend aus einen Außenlager in Bad Langensalza, durch Andisleben. Sie marschierten in Richtung Walschleben den Stangenweg entlang. In den vergangenen Tagen kam es oftmals zu Überflügen von feindlichen Flugzeugen. über Andisleben. Am 8. Und 9. April 1945 ordnet der Andislebener Bürgermeister- Paul Schütz – an, das die Einwohner , die über keinen festen Keller verfügen, Erdgruben ausheben sollen und diese als Luftschutz zu nutzen. Am 8. April wird eine kleine Kompanie Wehrmachtssoldaten und eine Kompanie  der Waffen-SS in Andisleben stationiert.  Nach dem äußeren Erscheinungsbild zu urteilen, waren die Soldaten ausgemergelt und erschöpft und waren schon oftmals betagt. Viele waren über den Volkssturm in diese Kompanie der Wehrmacht gekommen. Die Soldaten der „ schwarzen Uniformen der SS „ haben aber keinen besseren Eindruck hinterlassen. Am 10. April 1945 nimmt der tragische Tagesablauf seinen Anfang. Schon in den frühen Morgenstunden verschanzten sich die Soldaten und die SS am „ Hinteranger“. Das neugebaute Haus der Familie Jahp, welches mit den Westgiebel in Richtung Walschberg steht, wurde durch die Kompanieführung als Gefechtsstand eingerichtet. Um 12.35 Uhr begann die Amerikanische Armee von Richtung Dachwig aus, den Beschuss mit Granaten auf Andisleben. Alle Einwohner flohen in die Keller und Erdgruben. In den Keller des neuen Hauses der Familie Jahp flohen auch die Anwohner der Straße „ Am See „ .

Langsam bahnt sich die Katastrophe an. Eine erste Granate trifft in den nahegelegenen Garten des Grundstücks Uttrodt. Das Wohnhaus des Nachbarn , Oskar Bärwolf, wird von der zweiten Granate getroffen. Jetzt erschütterte ein schweres Beben und Grollen den Keller des „ Jahpschen Hauses „, ein Volltreffer einer Granate trifft den Westgiebel des Hauses. Sofort fällt dieser getroffene Hausgiebel in sich ein, und bedeckt den Keller. Durch den gewaltigen Aufprall fällt die Kellerdecke ein, und begräbt die Insassen unter sich. Der Beschuss auf Andisleben wird immer heftiger. In der Ortsmitte wird die große Scheune des Schmiedemeisters Oswald Winkler von Granatenbeschuß getroffen.und total zerstört. Insgesamt werden 28 Häuser von den amerikanischen Granaten getroffen. 3 Scheunen und zwei Ställe total zerstört. Die obere Hälfte des Westgiebels der Kirche ist ebenfalls zerschossen. Die Stromleitungen sind zerstört und ebenfalls die Wasserleitung getroffen. Diese defekten Leitungen werden noch Monate später Andisleben ohne Strom lassen. Gegen 14.00 Uhr fliegt eine deutsche ME 109 über Andisleben auf die amerikanische Stellungen zu. Dabei wird mit der bordeigenen  Fla-MG geschossen. Irrtümlich wird auch das Haus der Familie Sprachmann „ Am See 170 „ beschossen . Unter  Lebensgefahr   hisste  der Bürgermeister, Paul Schütz  gegen 16:00 Uhr   die „ weiße Fahne „ auf den Kirchturm und leutete die große Glocke , als Zeichen das jeglicher Widerstand sinnlos und als Verbrechen betrachtet wurde.  Dabei wurde Bürgermeister Paul Schütz am Arm durch einen deutschen Heckenschützen verwundet.  .  Die amerikanische Armeeeinheit  marschierte immer mehr auf Andisleben zu. Die Wehrmachtssoldaten und die Kompanie der SS begaben sich zum Rückzug und flohen in Richtung „ Hinter den Hof. Dabei haben sie ihre gefallenen und verwundeten Kameraden zurück gelassen. Gegen 16.15 Uhr hatte der Spuk in Andisleben ein Ende. Gegen 16:30 Uhr trafen die ersten amerikanischen Soldaten in Andisleben ein. Sofort wurde durch die US-Armee alle verfügbaren Einwohner zur Opferbergung in das „ Jahpsche Haus“ beordert. Mit Entsetzen wurden 5 Leichen aus den Trümmern des Wohnhauses geborgen. In den Kellerräumen haben Manfred Bärwolf, Werner Bärwolf, Ilse Wicke, Emma Schalbe und Ursula Schalbe ihr Leben verloren.  Die herbeigelaufenen Einwohner hatten einen schrecklichen Anblick zu ertragen, in den  Stellungen der Wehrmacht lagen bis zur Unkenntlichkeit   4 verstümmelte  Soldaten. Weile s keine Särge gab, wurden die Leichen und Leichenteile in Sisalsäcke gelegt. Die Beerdigung fand am nächsten Tag auf den Friedhof Andisleben statt.  Die sterblichen Überreste wurden auf Tannengrün und Sisalsäcke unter Teilnahme vieler Einwohner  im Gemeinschaftsgrab beerdigtFoto einfügen – zerstörtes Haus Jahp  –

Durch Beschuss  zerstörtes Haus der Familie Jahp

Foto einfügen -  Krigsbild – 

Einmarsch der US-Truppen im April 1945 in Andisleben

 

Hans Vollrath  - Bürgermeister- 

 

Geschichte

Aus der  Geschichte von Andisleben

Im Jahre 815 wird Andisleben in einem Verzeichnis des Klosters Hersfeld erstmalig urkundlich erwähnt. Die damalige Bezeichnung lautete Ansoldeslebo.

Im Sumpfgebiet des jetzigen "Hinteren Hof" und auf der "Burg" zwischen der "Kleinen" und der "munteren Gera" erbauen vermutlich Gefolgsleute des Landgrafen Friedrich im Jahre 1249 eine Wasserburg als festes Schloss.

1309 liegen die Erfurter mit dem Landgrafen Friedrich dem Freidigen im Streit, der von den Erfurtern eine Grafschaft an der schmalen Gera zurückfordert, die sein Vater, der Landgraf "Albert dem Entarteten" verkauft hatte. Friedrich ließ, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, die Straßen, die nach Erfurt führen sperren. Dies brachte für die Erfurter große Nachteile.

Ungeachtet dessen, das die Burg als uneinnehmbar galt, zogen die Erfurter gegen die Burg Andisleben. An der Spitze ritt der Stadthauptmann mit dem Stadtbanner. Gefolgt von den Ratsherren und Ratsjunkern in glänzenden Rüstungen begleiteten ihn außerdem etwa 400 Soldleute, Biereigen mit Armbrüsten und Setzschildern. Es folgten das Fußvolk aus den Zünften, welches dem Blydenmeister zur Verfügung stand, etwa zwei Dutzend Blyden, Wagen mit Wurfgeschossen und Stosszeug, ein Dutzend riesige Armbrüste, fahrbare Brustwehre, Turmgerüste und Munitionswagen. Beladen waren diese mit Balkenpfeilen, Blei- und Eisenkugeln, Hakenbrandnern, Werg und Öl. Diesen Zug folgenden noch 2 Wagen mit Tierkadavern, und viele Wagen mit Zeltzeug und Lebensmitteln. Mitgeführte leere Wagen sollten unterwegs mit Fleisch, Salz und Kohlen gefüllt werden oder dienten als Verwundetentransporte.

Im Winter kam es dann zum Kampf. Die schlecht vorbereitete Burg wurde mit Tierkadavern und schweren Geschossen bombardiert. Die Burgleute nahmen den Angriff der Erfurter natürlich nicht wehrlos entgegen und aus den Wehrgängen und Mauerlöchern hagelte es Pfeile, die allerdings wenig Schaden anrichteten. Es folgten weitere gegenseitige Angriffe und die Erfurter spielten der Burg trotz des einsetzenden Tauwetters übel mit. Die Zugbrücke war zertrümmert und die Wehrgänge boten keinen Schutz mehr von den ständigen Angriffen der Erfurter. Die Aussicht, die Burg halten zu können schwand mit jeden Angriff und mit dem Eintreffen einer weiteren Abteilung Soldaten, die über die Fahnersche Höhe von Gotha aus einmarschierte.

Am 2. Februar 1309 sollte die Burg fallen. Schon in der Nacht wurde sie immer wieder von Brandgeschossen getroffen. Die völlig erschöpfte Burgbesatzung wurde in ständiger Bewegung gehalten und war damit beschäftigt, auflodernde Feuer zu löschen. Am Morgen des besagten Tages sollte auch der Palas und somit auch die Burg fallen. Die Schnellkraft der Blyden wurde gesteigert und das Dach des Palas konnte nun mit schweren Bleikugeln getroffen werden. Nachdem es beschädigt wurde folgten sehr dünnwandige Fässer mit brennenden Pech.

Nun stürmten die Erfurter die Burg. Die Burgleute wehrten sich mit siedenden Öl, Pfeilen und kochenden Wasser. Viele Belagerer stürzten in die eisigen Fluten und die Leichen türmten sich. Immer wieder drängten die Kämpfer nach, setzten den Bergfried in Brand und zerstörten die Flagge des Landgrafen. Die 20 übrig geblieben und meist verwundeten Burgleute übergaben die Burg nun kampflos. Von der Burg blieb nur ein schwelender Trümmerhaufen übrig.

1394 wird das Dorf Andisleben durch die Erfurter gekauft. Es diente den Erfurtern als ein "Erfurter Küchendorf" Neben Gemüse und Getreide wird auch die Färbepflanze Waid angebaut.

Nach dem Bauernkrieg von 1521 bis 1524 wird auch der Ort Andisleben protestantisch.

1617, ein Jahr vor dem Dreißigjährigen Krieg, stehen in Andisleben 115 Häuser.


In Auswirkung des Krieges von 1618 bis 1648, stehen in Andisleben nur noch 23 Häuser. Der "schwarze Tod", eine gewaltige Pestepidemie, verschont auch Andisleben nicht. Viele Einwohner sterben an dieser Krankheit.

1713 wird das Schulhaus, 1715 das Pfarrhaus in Andisleben erbaut.

1794 wird der Einwohner Lorenz Schaffner im Pferdestall seines Vaters mit zerhauenen Kopf tot aufgefunden. Unter Verdacht stehen sein Vater und seine Schwester.

Am 09.August 1802 wird Andisleben von den preußischen Truppen eingenommen. 1805 werden in Andisleben erstmalig der Karfreitag und der Buß- und Bettag feierlich begangen. 1847 wird auf dem Anger eine Obstbaumschule errichtet. Andisleben hat zu dieser Zeit 666 Einwohner.

1853 wird das Haus von Karl Rudolph für 1000 Taler gekauft und abgerissen. Man beginnt damit, ein neues Schulhaus zu bauen. Am 31. März 1884 erhält Andisleben eine neue große Glocke, da die Alte ein halbes Jahr zuvor zersprungen war. 1890 wird die Bahnstrecke Walschleben - Döllstedt geplant. Die Gemeinde will dazu nur ungenügend Mittel zur Verfügung stellen. Damit wird der Anschluss von Andisleben an das Bahnnetz ablehnend beschlossen. Die Strecke wird an Andisleben vorbei führen.

1914 findet die Generalmobilmachung durch den Kaiser statt. Der erste Weltkrieg beginnt. Die ins Feld ziehenden Soldaten werden mit einem Festgottesdienst verabschiedet.

Im September 1923 hat die Inflation ihren Höhepunkt erreicht. Ein Zentner Getreide kostet 20 Billionen Mark, Eine Bahnfahrt von Walschleben nach Erfurt kostet 1 Billion und 250 Milliarden Mark. Es gibt Geldscheine von Trillionen Mark. Am ersten Dezember wird die Rentenmark eingeführt. Es wird kein Geld getauscht. Jeder muss Geld erarbeiten oder etwas verkaufen. Ein Zentner Weizen kostet jetzt 12 Mark. 1945 sind in Andisleben je eine Kompanie Soldaten und SS stationiert. Sie sollen das Andislebener Kreuz halten. Die Amerikaner stehen kurz vor Andisleben. Gegen 13:00 Uhr des 10. Aprils schlagen die ersten Granaten in Andisleben ein. Die deutschen Truppen ziehen Richtung Walschleben ab. Auf dem Kirchturm wird die weiße Flagge gehisst und weiterer Schaden verhindert. 1 Haus wird durch den Angriff total zerstört, 28 weitere Beschädigt. 5 Andisleber lassen ihr Leben.

1954 werden in Andisleben der Kindergarten und die Kindergrippe fertig gestellt. Die LPG zählt 44 Mitglieder und eine Landwirtschaftliche Nutzfläche von 163 Hektar.

1957 zählt Andisleben 800 Einwohner.

1965 erhält Andisleben eine Bushaltestelle an der Strecke Gebesee - Erfurt.

1967 wird die 5 Tage Arbeitswoche eingeführt.

Am 01. Januar 1968 kommt es zum Zusammenschluss der LPG Ringleben und Andisleben. Die Nutzfläche beträgt jetzt 1.300 Hektar. 297 Mitglieder sind nun in der Genossenschaft.

der Bau der F4 (heute B4) beginnt 1969.

1994 wird begonnen, das neue Wohngebiet "vor dem See" zu bebauen.

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Chronik der Gemeinde Andisleben in Thüringen 815 - 2000" von Grit Trautwein. Es wurden nur einzelne Passagen aus dem Buch übernommen und von Michael Dhen angepasst. Das Buch kann in der Gemeindeverwaltung Andisleben erworben werden.

Der alte Mühlstein – ein Relikt aus längst vergangenen Tagen

Im Juli dieses Jahres schlugen Bürgermeister Hans Vollrath und die Bewohner der Mühlgasse in Andisleben vor, diesen Mühlstein (Foto) – sein Alter ist unbekannt – dekorativ aufzustellen.
Schnell war der passende Platz gefunden; denn wo es zur einstigen Mühle geht, wird die Straße „Mühlgasse“ genannt. Hier rückten die Mitarbeiter der Gemeinde mit dem Hebekran an und stellten den Stein so auf, dass er für Bewohner und Gäste des Dorfes gut sichtbar ist. Mit uralten Pflastersteinen aus dem Mühlenhof wurde er eingemauert.

Hierbei half Dr. Erhard Schäfer aktiv mit und sorgte für eine sichere Befestigung. Der letzte Müllermeister von Andisleben, Karl Haselbauer (91, Foto), gab seiner Freude Ausdruck und unterstützte dieses Vorhaben. Aus seinen Erzählungen wissen wir: Der hier zu sehende Stein besteht aus Sandstein, der im Ganzen gebrochen und gerundet wurde. Dieser sogenannte „Läufer“ drehte sich über einem fest stehenden gleich großen Stein, dem „Bodenstein“. Dazwischen wurde das Getreide zerkleinert, das heißt zu Mehl oder Schrot gemahlen.

Landwirte und Mühlenbesitzer arbeiteten zusammen. Manch einer von ihnen ruht im alten Kirchhof nebenan und hat mit Fleiß und harter Arbeit sein Korn angebaut, geerntet und mit dem Handwagen oder dem Pferdefuhrwerk zur Dorfmühle gefahren. Eine gute Kornernte bedeutete gutes Mehl und ergab das „tägliche Brot“. Damit verband sich stets auch die Notwendigkeit, den Wasserlauf der Mühle zu stabilisieren, die Gebäude zu erhalten und zu sanieren. Auch die Reinigung des Flussbettes war alljährlich unumgänglich, denn ohne Wasser dreht sich kein Mühlrad.

Die folgende Übersicht gibt Auskunft über Besitzer und Arbeiten in der Andislebener Mühle:

 

1729 | Als Mahlmühle (mit zwei Gängen) erstmals erwähnt
Besitzer: Müller Köttig
1835 | Bau des Wehrs zwischen Andisleben und Walschleben
1850 | Erneuerung des Wehrs, Ausgrabung des Sühnepfahls
Müller: Jonas Vollrath
1853 | Neubau des Schulgebäudes (Hausnummer 109) durch Karl Rudolf
1872 | Neuer Besitzer: Müller Karl Döpping
1894 | Regulierung der Wilden Gera
1907 | Kauf der Mühle durch die Gebrüder Karl und Franz Bärwolff
1920 | Umbau des alten Schulgebäudes (Hausnummer 109) zu Stall und Wagenremise sowie Neubau des Pferdestalls durch Karl und Franz Bärwolff
1925 | Entfernung des hölzernen Wasserrades und Einbau einer damals hochmodernen „Franzis“-TurbineMit der Wasserkraft der Mahlgera wurden die Mühle sowie Kreissäge, Dresch- und Futtermaschinen betrieben
1949 | Übernahme des Mühlenbetriebes durch Müllermeister Karl Haselbauer
1963 | Eintritt in die Landwirtschaftliche Prduktionsgenossenschaft (LPG)
1975 | Ende des Mühlenbetriebes

Heute kaufen wir unser Mehl im Supermarkt – hergestellt in vollautomatischen hochmodernen Mühlenbetrieben; das Brot kommt häufig aus Großbäckereien. Vieles ist einfacher geworden, aber nicht unbedingt schmackhafter und nährreicher. Also wollen wir dem alten, gut erhaltenen Mühlstein mit Achtung und Ehrfurcht begegnen, ihn pflegen und erhalten für die Generationen, die nicht mehr erleben, wie er funktionierte und wie wichtig er für die Ernährung von Mensch und Tier einst war.

 

Rita Schäfer

Was geschah in den Tagen des April 1945 in Andisleben, Teil 1

Sehr geehrte Bürger(innen),

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges sind 70 Jahre vergangen. Die Welt hat sich seither verändert, grundlegend und schneller als jemals zuvor. Wer zu Beginn des Krieges geboren wurde, ist heute weit über 75 Jahre alt. Die Zeitzeugen  werden immer weniger. Aus dieser Sicht ist der Zweite Weltkrieg noch immer ein sehr aktuelles Ereignis deshalb möchte ich die letzten Tage des April 1945 hier nachzeichnen.

Nach sechs Kriegsjahren waren auch in Andisleben die Zeichen des verlorenen Krieges  und das bevorstehende Kriegsende zu erkennen. Im Frühjahr, so um den 6. April 1945 kamen viele Gefangenentransporte, vorwiegend russische Kriegsgefangene, durch Andisleben. Sie marschierten in Richtung Walschleben den Stangenweg entlang. In den vergangenen Tagen kam es oftmals zu Überflügen von feindlichen Flugzeugen über Andisleben. Am 8. und 9. April 1945 ordnet der Andislebener Bürgermeister Paul Schütz an, dass die Einwohner, die über keinen festen Keller verfügten, Erdgruben ausheben sollen und diese als Schutz zu nutzen. Am 8.April wurde eine kleine Kompanie Wehrmachtssoldaten und eine Kompanie  der Waffen-SS in Andisleben stationiert.  Nach dem äußeren Erscheinungsbild zu urteilen, waren die Soldaten ausgemergelt und erschöpft. Viele waren über den Volkssturm in diese Kompanie der Wehrmacht gekommen. Die Soldaten in den  schwarzen Uniformen der SS  machten jedoch keinen besseren Eindruck. Am 10. April 1945 nahm der tragische Tagesablauf seinen Anfang. Schon in den frühen Morgenstunden verschanzten sich die Soldaten und die SS am Hinteranger. Das neugebaute Haus der Familie Jahp, welches mit den Westgiebel in Richtung Walschberg steht, wurde durch die Kompanieführung zum Gefechtsstand eingerichtet. Um 12:35 Uhr begann die Amerikanische Armee, von Richtung Dachwig aus, den Beschuss mit Granaten auf Andisleben. Alle Einwohner flohen in die Keller und Erdgruben. In den Keller des Hauses der Familie Jahp flohen auch die Anwohner der Straße Am See.

Langsam bahnt sich die Katastrophe an. Eine erste Granate trifft in den nahegelegenen Garten des Grundstücks Uttrodt. Das Wohnhaus des Nachbarn, Oskar Bärwolf, wurde von der zweiten Granate getroffen. Jetzt erschütterte ein schweres Beben und Grollen den Keller des „Jahpschen Hauses„, ein Volltreffer. Eine Granate trifft den Westgiebel des Hauses. Sofort fällt der Hausgiebel in sich zusammen und bedeckt den Keller. Durch den gewaltigen Aufprall fiel die Kellerdecke ein und begrub die Insassen unter sich. Der Beschuss auf Andisleben wurde immer heftiger. In der Ortsmitte wurde die große Scheune des Schmiedemeisters Oswald Winkler von Granatenbeschuß getroffen und total zerstört. Insgesamt wurden 28 Häuser von den amerikanischen Granaten getroffen und  drei Scheunen und zwei Ställe komplett zerstört. Die obere Hälfte des Westgiebels der Kirche wurde ebenfalls zerschossen. Die Stromleitungen wurden zerstört und die Wasserleitung ebenfalls getroffen. Diese defekten Leitungen werden noch Monate später Andisleben ohne Strom lassen. Gegen 14.00 Uhr flog eine deutsche ME 109 über Andisleben auf die amerikanischen Stellungen zu. Dabei wurde mit der bordeigenen  Fla-MG geschossen. Irrtümlich wurde auch das Haus der Familie Sprachmann, Am See 170, beschossen. Unter  Lebensgefahr   hisste  der Bürgermeister, Paul Schütz,  gegen 16:00 Uhr   die weiße Fahne auf den Kirchturm und läutete die große Glocke als Zeichen das jeglicher Widerstand sinnlos war und als Verbrechen betrachtet wurde.  Dabei wurde Paul Schütz am Arm durch einen deutschen Heckenschützen verwundet. Die amerikanische Armeeeinheit  marschierte immer mehr auf Andisleben zu. Die Wehrmachtssoldaten und die Kompanie der SS begaben sich zum Rückzug und flohen in Richtung Hinter dem Hof. Dabei mussten sie ihre gefallenen und verwundeten Kameraden zurück lassen. Gegen 16.15 Uhr hatte der Spuk in Andisleben ein Ende. Gegen 16:30 Uhr trafen die ersten amerikanischen Soldaten in Andisleben ein. Sofort wurden durch die US-Armee alle verfügbaren Einwohner zur Opferbergung in das Jahpsche Haus geschickt. Mit Entsetzen wurden 5 Leichen aus den Trümmern des Wohnhauses geborgen. In den Kellerräumen haben Manfred Bärwolf, Werner Bärwolf, Ilse Wicke, Emma Schalbe und Ursula Schalbe ihr Leben verloren.  Die herbeigelaufenen Einwohner mussten einen schrecklichen Anblick zu ertragen, in den  Stellungen der Wehrmacht lagen vier bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte  Soldaten. Weil es keine Särge gab, wurden die Leichen und Leichenteile in Sisalsäcke gelegt. Die Beerdigung fand am nächsten Tag auf den Friedhof Andisleben statt.  Die sterblichen Überreste wurden auf Tannengrün und Sisalsäcke unter Teilnahme vieler Einwohner  im Gemeinschaftsgrab beerdigt

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge errichtet und pflegt Kriegsgräberstätten seit dem Ende des ersten Weltkrieges. Trotz der Schrecken der beiden Weltkriege hat die Menschheit zu wenig den Frieden gelernt: 

An den östlichen Rändern Europas verbreiten sich Konflikte. Aus dem Nahen Osten und in Nordafrika fliehen Menschen vor Unrecht und Bürgerkriegen. Auch in unserer Mitte, in unserem Alltag fehlt es oftmals an Friedfertigkeit. An 832 Grabstätten der Kriegstoten gestaltet der Volksbund Orte für Trauer, für Gedenken und eine Versöhnung über den Gräbern. An seinen vier internationalen Jugendbegegnungsstätten ermöglicht der Volksbund jährlich Tausenden von jungen Europäern, im Angesicht der Geschichte Verständigung und Frieden gemeinsam und lebendig zu erfahren – für eine verantwortliche Haltung in Gegenwart und Zukunft. 

Wir bitten um Ihre Gabe für diesen Dienst. Spenden können in der Kasse der VG“ Gera-Aue „ sowie an mich persönlich im Rahmen der Haus - und Straßensammlung vom 24.10.2016 bis zum 13. 11. 2016 entgegen genommen werden.

Ihr Bürgermeister H. Vollrath

J.S.Bach und Andisleben

Haben Sie gewusst, dass die berühmte Familie von Johann Sebastian Bach auch Wurzeln in unserem schönen Andisleben hat, nein?  Wir auch nicht.


Daher haben wir für alle die es nicht wissen (und für alle anderen natürlich auch) einen Link bereit gestellt.

"Bach über Bach" ist zusammen mit der Schwesterseite "Bach on Bach" das jüngste und auch das größte deutsche und internationale Internet-Projekt zum Komponisten Johann Sebastian Bach.

Bitte hier klicken und auf der Seite bis zum Video Nr. 13 Andisleben scrollen.

Viel Spass beim anschauen.

Die nette kleine Geschichte dazu:
Als Peter Bach jr. begann sich für die Genealogie der Bachs zu interessierten, war er natürlich auch viel auf dem amerikanischen Portal ANCESTRY.de "unterwegs". Dort fand er in den zugänglichen Bereichen 2 Stammbäume von Personen "Bach". Diese Recherchen endeten in eine Ort namens A N D I O L E B I N . Natürlich verursachte die Schreibweise, dass von dort dann gar nichts mehr ging!

Weil seine Muttersprache natürlich Deutsch ist, konnte er zunächst schnell einordnen, dass Andiolebin kein Ort in Deutschland heißt. Dann war auch Andisleben schnell gefunden. Er kontaktierte die beiden Familien und fragte, ob sie jemals etwas vom deutschen Komponisten Bach gehört hätten. 

Und beide bejahten und führten aus, dass mehrere Generationen über viele Jahrzehnte nachzuweisen versucht hatten, dass die Ausführungen vom jeweiligen Opa, sie sollten ja verwandt sein, nicht bestätigt werden konnten.

Er schrieb dann, "herzlichen Glückwunsch", Sie sind beide am Ziel angekommen, denn genau der Unterschied zwischen ANDIOLEBIN und ANDISLEBEN machte den klitzekleinen aber so ultrawichtigen genealogischen Unterschied aus. 

Heute sind sie  eng familiär befreundet mit Briana Bach Hertzog, eine Cousine JSBs.

Spannend ist übrigens auch, dass seine Frau derzeit und allerdings nur mit einem winzigen Teil an Zeit und Energie erforscht, dass Peter Bach jr. seine Verbindung zu Johann Sebastian Bach wahrscheinlich über sogar zwei Verknüpfungen nachzuweisen ist. 

Damals vor Jahrhunderten wurde viel innerhalb einer Familie, oder aber auch im Pool von zwei Familien
untereinander geheiratet. Heißt, von der Familie X heirateten immer wieder Mitglieder Angehörige der Familie Y. So gab es in Andisleben eine Familie Bach und eine Familie Scharf. 

Das es in einem Ort mit so wenigen Einwohnern gleich zwei mal zwei Familien gab mit den selben Nachnamen gab, ist recht unwahrscheinlich. Und so lässt sich nachweisen, dass zwischen den Familien Scharf und Bach mehrere Verbindungen bestanden.


Das würde demnach bedeuten, dass er nicht "irgendwelchen Fremden in den USA" mit ANDIOLEBIN geholfen hat, sondern Verwandten seiner eigenen Familie. Sicherlich führt ihn diese Konstellation wieder mal nach Andisleben. 

Ärztliche Bereitschaftsdienste

Der ärztliche Bereitschaftsdienst für die Gemeinden Andisleben, Gebesee, Ringleben und Walschleben in den Nachtstunden und an den Wochenenden erfolgt durch die Leitstelle in Erfurt, Telefon-Nr. 0361/74 15 116. Bei Notfällen gilt weiterhin die Rufnummer 112.

Notrufe

allgemeiner Auskunftsdienst - 0361 741 51 20 | Rettungsstelle Erfurt - 0361 741 51 77
Polizei - 110 | Unfall - 112
Polizeiinspektion Sömmerda (Anzeigen oder Notfall) - 03634 33 60 | Brand- und Katastrophenschutz Sömmerda - 03634 21 011

Störungsdienste

Wasser - 03634 5 11 13 | Strom - 0361 65 228 60 | Gas - 036376 5 12 12