Illegale Müllentsorgung kein Kavaliersdelikt

Die teilnehmenden Bürger(innen) am Baumpflegetag in Andisleben sind entsetzt, was einige Leute einfach achtlos irgendwo entsorgen – wie diese Autoreifen im Entwässerungsgraben am Ringlebener Weg.

 „Wir verstehen nicht, warum manche Menschen so gleichgültig sind“, wundern sich die freiwilligen Helfer. Was die Andislebener so entsetzt, sind die Eindrücke, die sie in den vergangenen Tagen bei Spaziergängen in der Flur Andisleben  gewonnen haben. Nachdem die Landschaft ihr weißes Kleid abgestreift hat, gibt sie den Blick frei auf die Hinterlassenschaften anderer Wegenutzer.

„Bei der Sammelaktion hatte man nach wenigen hunderten Metern den 5 Toner Traktorenanhänger  voller Müll“, ärgert sich der  Bürgermeister. Die Palette achtlos weggeworfener Sachen ist breit: Neben Autoreifen, unzähligen Flaschen, Hausmüllsäcken, Verpackungen und sogar Aquarien stößt man am Wegesrand auch auf Grünabfallhaufen samt Gummihandschuhen und Nylonsack. Selbst Keramikscherben und künstliche Blumen wurden gefunden. Ebenso türmt sich an den Glascontainerplätzen immer wieder jeder erdenkliche Hausrat. „Der Gestank ist teilweise unerträglich“,

Dabei ist die Entsorgung von Grünabfällen im Landkreis Sömmerda geregelt und kostenlos. Ebenso kann jeder Bürger seinen Sperrmüll zweimal jährlich gratis entsorgen lassen. Für den regulär daheim anfallenden Müll gibt es ferner die Hausmüll-, Bio- und Papiertonne, die Gelbe Tonne  sowie mehrere Container für  Glas und Altkleider im Ort.

 Die illegale Entsorgung sämtlicher Müllarten in der Natur scheint für die Bürgerschaft  ein Kavaliersdelikt zu sein“. Eine Verschärfung der Gesetze oder Strafen halten besorgte Bürger(innen) für eine Option. Grundsätzlich sei aber alles gesetzlich geregelt, es fehle nur an konsequenter Kontrolle. Vor allem an Selbstkontrolle. Die Leute müssen begreifen, dass es ihre eigene Welt ist, die sie verschmutzen, und dass es nicht in Ordnung ist, was sie da tun. Die Kosten für die aufwendige Entsorgung tragen wir nun alle“.

„Grundsätzlich sind wir für die Abfallbeseitigung nicht zuständig, das macht der Landkreis, aber natürlich haben wir als Gemeinde ein Interesse daran, dass es sauber ist“, erklärte Bürgermeister Hans Vollrath. Um die Gemeinde Andisleben von Unrat zu befreien, seien die Gemeindemitarbeiter  und ehrenamtliche Bürger  im Einsatz. „Wer in einer sauberen Umwelt leben will, der muss aber auch mal ein bisschen selbst mitanpacken“.

Eine gute Gelegenheit dafür bot sich bereits am vergangenen Sonnabend. Die Gemeinde rief alle Bürger zum „ Baumpflegetag “ auf. Von 9 bis 12 Uhr wurden  die Straßen und  Wege in Richtung Ringleben  von Müll befreit.

Übrigens: Illegal entsorgter Abfall kann den Umweltsünder teuer zu stehen kommen. Dem Landkreis zufolge handelt es sich um einen Bußgeldtatbestand. Die Verwarngelder beginnen bei 15 Euro und gehen hoch bis 5 000 Euro. Bei akuter Umweltgefährdung handelt es sich sogar um eine Straftat – und die zieht noch wesentlich empfindlichere Strafen nach sich.

Für eine saubere Umwelt – Ihr Bürgermeister Hans Vollrath -

 

Was für eine Sauerei“ ist sicherlich die Meinung  vieler Bürger beim Anblick dieses Müllhaufens. Da der  „Ringlebener Weg „ eigentlich für den Durchgangsverkehr gesperrt ist, das Verkehrsaufkommen aber mit der B 4 öfters gleichkommt, sind die Verursacher dieser Verunreinigung nicht nur in Andisleben zu suchen, sondern auch in Ringleben oder Haßleben. Die meisten illegalen Fahrzeuge kommen oder Fahren in diese Orte.

 

Aber wir können noch hoffen. Es gibt sie noch, die  „ Gutbürger „, die in ihrer Freizeit den Müll der anderen Bürger einsammeln.