Geschichten über den Ringlebener Weg

KYF , L, HH, GTH , EF , SÖM , diese Kennzeichen führten PKWs, LKWs, und Motorräder  am 27. Juli 2017 , welche den Ringlebener Weg zwischen Andisleben und Ringleben benutzten. Ich hatte mich für ca. 1. Stunde gegen 11:00 Uhr an die „Rote Brücke „gestellt und habe das Verkehrsgeschehen beobachtet und gezählt. Insgesamt haben in ca. 1 Stunde 114 Kraftfahrzeuge in beiden Richtungen den Ringlebener Weg befahren. Zusätzlich haben noch 11 Landwirtschaftliche Fahrzeuge diesen Weg auch benutzt. Eine vorzeigbare Leistung für einen Weg der nur für den landwirtschaftlichen Verkehr, Fußgänger und Radfahrer gemäß Straßenverkehrsverordnung frei gegeben ist. Wobei Radfahrer und Fußgänger in diesem Zeitraum von mir nicht gesehen wurden. Diese haben sicherlich aus reiner Überlebensangst den Weg gemieden. Das hohe Verkehrsaufkommen ist sicherlich begründet mit der Sperrung der B 4 im Zeitraum vom 3. Juli bis 9. August 2017. Ebenfalls konnte auch eine zurückhaltende Präsenz der Polizei festgestellt werden.

Bei allen Stammtischdiskussionen ist und bleibt der Ringlebener Weg ein ausgebauter Feldweg. Wer kann sich noch an die Zeiten vor 1973 erinnern, als dieser Weg ein reiner Feldweg war. Je näher man nach Ringleben von Andisleben kam, um so schlammiger wurde der Weg. Als Ursache ist sicherlich die Nähe zur Gera in Ringleben zu sehen. Mit der Errichtung der Schweinemastanlage in Ringleben wurde durch die LPG „XX. Jahrestag der DDR „der Weg mit Betonplatten ausgebaut. Der landwirtschaftliche Nachfolgebetrieb hatte noch in den 90er Jahren an den Altschulden für diesen Weg zu knabbern.

Mittlerweile ist dieser Weg für die Haßlebener, Ringlebener, Andislebener und weiterer Kraftfahrer mit Ortskenntnissen zu einer beliebten Abkürzung geworden, obwohl selten die Polizeiinspektion mit einem Ordnungsgeld von 20 € die Kraftfahrer überrascht.

Oftmals kommen Wünsche auf, man sollte doch den Weg freigeben für den Straßenverkehr. Aber dieser Plattenweg ist nur 3 Meter breit, die Ränder sind unbefestigt und mit Bauschutt verfüllt. 80 % der Straße liegt in der Gemarkung Andisleben. Eine Kostenschätzung zum Ausbau als Ortsstraße würde nur für Andisleben bei 1,2 Mio. € betragen. Bei aller Liebe und Freundschaft zu den Nachbargemeinden und ihren Kraftfahrern, aber das ist für Andisleben nicht vertretbar. Erst kürzlich konnten wir einen Teil des Ringlebener Weges (350 Meter) in der Ortslage Andisleben mit einer Bitumendecke versehen.

Dieser 3 Meter breite Betonstreifen ist für die Landwirtschaft, Radfahrer und Wanderer gedacht. Oftmals verkommt dieser Weg als Rennpiste mit gleichseitiger Handyolympiade, so viele rücksichtslose Kraftfahrer sind mir nur selten begegnet. Dazu gesellen sich Spießbürger die Hausmüll am Wegesrand ablagern und nicht zuletzt die Hobbyrenovierer die ihre alten Fliesen und Mauersteine und Betonreste auch noch loswerden wollen.

In der Hoffnung auf bessere Zeiten auf dem Ringlebener Wege

Ihr Bürgermeister Hans Vollrath